In allen europäischen Gesellschaften steigt der Anteil älterer Menschen. Dieser demografische Wandel basiert auf einer sinkenden Geburtenrate bei gleichzeitig steigender Lebenserwartung und hat eine starke Alterung der Gesellschaft zur Folge. Diese Entwicklung stellt die Gesellschaften vor das Problem, dass ein großer Teil der Bevölkerung aus dem produktiven Bereich des gesellschaftlichen Lebens ausscheidet.
Eine leistungsstarke und lebendige Gesellschaft bedarf aber der Partizipation möglichst aller gesellschaftlichen Gruppen. Die politischen Antworten darauf sind eine Rücknahme von Früh-Verrentungsprogrammen sowie eine Verschiebung des Eintritts in das Rentenalter ("Rente mit 67" in Deutschland).
Bildung und lebensbegleitendes Lernen spielen dabei eine große Rolle, weil sie Ältere auf dem Arbeitsmarkt unterstützen, den Austausch verschiedener gesellschaftlicher Gruppen fördern und innovative Entwicklungen ermöglichen. Die Organisation solcher Lern- und Bildungsprozesse, unabhängig vom Lebensalter ist aber nicht nur für ein aktives gesellschaftliches Miteinander, sondern auch für ein erfülltes, gesundes und aktives Leben älterer Menschen nach der Familien- und/oder Erwerbsarbeitsphase von großer Bedeutung.
Ziel der geplanten Konferenz ist es, gemeinsam mit europäischen WissenschaftlerInnen und betroffenen BürgerInnen (Älteren) im Sinne des forschenden Lernens Antworten auf diese Herausforderungen zu diskutieren. Im Zentrum stehen dabei mögliche Ansätze, das intellektuelle Potential Älterer zur Gestaltung der Zukunft zu nutzen.
Plenarvorträge aus den Sozial- und Bildungswissenschaften am ersten Tag der Konferenz sollen einleiten und auf eine fruchtbare Diskussion einstimmen. Die Plattform zur Diskussion bieten 5 Workshops, die am zweiten Tag Fragen zu den jeweiligen Themenschwerpunkten beantworten. Die Ergebnisse der Diskussion in und aus den Workshops werden am dritten Tag die Basis für "Hamburger Perspektiven" bilden, die im Anschluss an die Konferenz für die Arbeit der jeweiligen Akteure handlungsweisend sein können.
Die Konferenz wird auf Grundlage der folgenden Themenschwerpunkte untergliedert:
Fragen aus Soziologie und Politik:
- Wie entwickelt sich die Arbeitsgesellschaft unter den Bedingungen des demographischen Wandels und der Globalisierung und welches sind die Auswirkungen für die Gestaltung der späten Lebensphase des Einzelnen? Der traditionelle Begriff des "Ruhestandes" verliert seine Gültigkeit. Vermehrt erkennen wir "Patchwork-Biographien" und berufliche Tätigkeit bis ins hohe Lebensalter.
- Wie gestalten sich europäische Seniorenpolitiken und deren Umsetzung?
- Welchen Beitrag können Ältere zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung leisten?
Fragen aus Bildungs- und Erziehungswissenschaft:- Lebensbegleitendes Lernen, unterschiedliche Bedeutung und Rahmenbedingungen in Europa vor dem Hintergrund des demographischen Wandels: berufliche Weiterbildung auch im höheren Alter, Ehrenamt oder Bildung für die Selbstentfaltung? Braucht die "Wissensgesellschaft" die wissenschaftliche Weiterbildung durch die Universität?
- Finanzierung des Lebensbegleitenden Lernens für Ältere
- Intergenerationelles Lernen
- Unterstützung der Entwicklung von Schlüsselkompetenzen von und für Ältere
- Konzepte der Erwachsenenbildung für das Lernen des Aktiven Alterns
- Innovationen für die Erwachsenenbildung
Fragen zur Selbstorganisation der Älteren zum Lebensbegleitendes Lernen für Aktives Altern:- Austausch über forschendes, selbst organisiertes Lernen Älterer:
- Selbstorganisierte Projekte von und für Ältere
- Wie können die Gruppen, die dieses Lernen selbst organisieren, mit den Universitäten zusammenwirken
- Welche Rolle können dabei emeritierte Professoren spielen
- Wissenstransfer in die Gesellschaft und Kommunen
- Wie lernen Ältere in den europäischen Partnerstädten von Hamburg: Prag, Marseille und Dresden, sowie in den Ländern und Städten, die in der EFOS -Europäische Föderation Älterer Studierender- vertreten sind
Eine Öffentliche Abendveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion mit VertreterInnen der Stadt Hamburg und Stadt Dresden in Zusammenarbeit mit dem Hamburger "Netzwerk Bildung im Alter" ist vorgesehen.
Alle interessierten WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen, jüngere und ältere Studierende, BürgerInnen sowie Akteure der Bildung Älterer laden wir herzlich ein zu dieser Konferenz und freuen uns auf aktive Beteiligung.
Poster zu den Themen der Konferenz präsentieren wir gern im Rahmen des Programms.
Für Ihre Teilnahme folgen Sie bitte den Hinweisen auf dem Link "Registrierung/Anmeldung" und melden sich für diese Konferenz an. Bitte melden Sie sich auch für einen Workshop an und ob Sie an der Abendveranstaltung teilnehmen. Dort können Sie uns auch Ihre Posterpräsentation mitteilen.
Als Folgetagung ist im Mai 2010 in der Hamburger Partnerstadt Dresden eine europäische Fachkonferenz für lebenslanges Lernen, Seniorenbildung und Gesundes Altern geplant.